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Verein

Chronik

Über 130 Jahre Vereinsgeschichte – aus der Festzeitschrift zum 95-jährigen Bestehen (1985).

1890 Gründung des „Turnverein Eintracht Eichlinghofen“
1910 Gründung des Fußballvereins „Viktoria“ an der Hövel
1950 Aufstieg in die Landesliga zum 60-jährigen Jubiläum
1983 Fusion zum TuS Eichlinghofen 1890/1980 e. V.
1984 Einweihung des in Eigenhilfe erbauten Vereinsheims
2016 Vollständige Sanierung der Sportanlage an der Hövel

Der Verein

Auszug aus der Festzeitschrift zum 95-jährigen Bestehen, August 1985

Ausgangs der 80er Jahre des 19ten Jahrhunderts hatte der Gedanke der körperlichen Ertüchtigung und somit der Schaffung eines Ausgleichs zur beruflichen Arbeit durch Turnen und Spielen auch in Eichlinghofen Eingang gefunden. Besonders das Geschicklichkeit, Mut und Kraft fordernde und fördernde Geräteturnen erweckte die Begeisterung der männlichen Jugend derart, dass diese im Jahre 1890 den Entschluss fasste, sich zur planmäßigen gegenseitigen Förderung zu einem Verein zusammenzuschließen.

Die Gründung erfolgte unter dem Namen „Turnverein Eintracht Eichlinghofen“. Den 1. Vorsitz übernahm Wilhelm Hansmann und zum 1. Turnwart wurde Friedrich Koch gewählt.

Bis zur Jahrhundertwende und auch in den Jahren danach nahm der Verein eine ständig aufwärts führende Entwicklung zu einem beachtlichen Leistungsniveau, wie die aus zahlreichen Turnfesten errungenen vielen Preise bekunden. Jedoch fand bald das vornehmlich von englischen Studenten nach Deutschland eingeführte und auch in Eichlinghofen bekannt gewordene Fußballspiel die Zuneigung eines Teiles der turnerischen Jugend – und zwar in einem solchen Maße, dass trotz aller möglichen Widerstände im Jahre 1910 die Gründung eines Fußballvereines erfolgen konnte.

Dieser erhielt den Namen „Viktoria“ und spielte in blau-gelb längsgestreifter Tracht auf dem in mühsamer Selbsthilfe gerodeten und hergerichteten Platz an der Hövel. Den Hauptanteil an der Gründung hatte Heinz Timmering. Seine Begeisterung für das runde Leder teilten seine Kameraden Fritz und Willi Saurwein, Willy und Karl Brune, Fritz Ehlert, Emil Rost, Otto Manns, Willy Schachtsiek, Dietrich Broyer und Emil Figge.

Gleich der „Eintracht“ nahm auch die „Viktoria“ eine stete Aufwärtsentwicklung, die durch den 1. Weltkrieg jäh unterbrochen wurde.

Nach Beendigung des Krieges machte sich das Streben nach turnerischer und sportlicher Betätigung vermehrt geltend. Der Eichlinghofer Jugend genügten die „Eintracht“ und die „Viktoria“ allein nicht mehr, sondern sie gründete unter dem Namen „Spielverein Eichlinghofen 1919“ einen neuen Verein. Im Jahre 1920 feierte die „Eintracht“ ihr 30-jähriges Bestehen unter Beteiligung von ungefähr dreißig Nachbarvereinen.

Im Jahre 1921 vereinigten sich die „Viktoria“ und der „Spielverein“ zu dem neuen Verein „Sportfreunde 1910“, der gleich im ersten Jahr sehr erfolgreich war. Auch die „Eintracht“ ging mächtig aufwärts, nachdem man sich 1928 entschloss, neben dem Geräteturnen auch Leichtathletik und Rasenspiele zu betreiben.

Die neu ins Leben gerufenen Fußball- und Handballmannschaften erfreuten sich schon bald eines ausgezeichneten Rufes dank eines beachtlich hohen Leistungsstandes und fairer Spielweise. Einen besonderen Namen machte sich die 1. Fußballmannschaft des Jahres 1930. Die planvolle Entwicklung wurde durch die politischen Ereignisse des Jahres 1933 unterbrochen.

In den Jahren 1935 – 1939 wurde die Gruppenmeisterschaft mehrfach errungen, jedoch fehlte bei den Aufstiegsspielen immer das nötige Glück. Der Ausbruch des zweiten Weltkrieges setzte dem Sportbetrieb weitgehend ein Ende. Wir wollen unsere Toten und Vermissten nicht vergessen, sondern ihr Andenken in Ehren halten.

Bald nach Kriegsende wurde der Spielbetrieb wiederaufgenommen. Nun war es wieder die „Eintracht“, die alle Sportler vereinte. Emil Staffel übernahm die Führung. Die neu formierte Mannschaft errang beachtliche Erfolge und wurde bei Neugründung des WSV im Jahre 1946 in die Bezirksklasse Dortmund übernommen.

Das Jahr 1950 brachte die Früchte unermüdlicher Arbeit: Im entscheidenden Spiel gegen den alten Rivalen Dorstfeld 09 gelang in den Schlussminuten ein 3:2-Sieg, der den Aufstieg in die Landesliga sicherte. Es war das schönste Geschenk zum 60-jährigen Vereinsjubiläum, das mit einer Sportwerbewoche und einem großen Zeltfest gefeiert wurde.

Nach einjähriger Landesligazugehörigkeit ging es zurück in die Bezirksklasse. Mit Können und etwas Glück wurde 1963/64 die Meisterschaft und der Aufstieg in die 1. Kreisklasse errungen – nach 28 Jahren wieder ein Titel für Eichlinghofen. Besonders geehrt wurden die alten Kämpen Heinz Kastrup und Otto Zimmermann für 900 Spiele im schwarz-roten Dress.

1970 wurde die 1. Mannschaft im Jubiläumsjahr unter Trainer G. Pagenhardt Meister ihrer Gruppe und stieg in die 1. Kreisklasse auf. Traditionsgemäß wurde das 80-jährige Bestehen mit einem Zeltfest gefeiert.

Nach mehreren knapp verpassten Aufstiegen fiel die Mannschaft Anfang der 80er auseinander. In dieser schwierigen Zeit wurden Gespräche mit dem Verein „Kickers“ Eichlinghofen 1980 geführt. Allen war klar, dass zwei Vereine im kleinen Eichlinghofen nicht lebensfähig waren.

So kam es im Sommer 1983 zur Fusion mit dem neuen Vereinsnamen TuS Eichlinghofen 1890/1980 e. V. Den 1. Vorsitz übernahm Hans Josephs. Bereits im ersten gemeinsamen Spieljahr 1983/84 gelang der Aufstieg in die Kreisliga B.

Als positives Ereignis konnte der Bau des Vereinsheimes auf dem Sportplatzgelände angesehen werden: Im März 1984 wurde es eingeweiht. Viele Mitglieder haben über Monate ihre Freizeit zur Verfügung gestellt und in Eigenhilfe ein schuldenfreies Clubheim erstellt. Diese neuen Ideen führten dazu, dass die Mitgliederzahlen wieder stark anstiegen.

Die Chronik ab 1985 wird von einigen Mitgliedern fortgeschrieben. — Der Vorstand TuS Eichlinghofen 1890/1980 e. V.

Der Ort Eichlinghofen

Im Jahre 927 weilte der deutsche König Heinrich der Erste in Trutmenni – so hieß damals der Ort, den wir heute Dortmund nennen. Bei dieser Gelegenheit verschenkte der König an die Ministerialin Williburga u. a. drei Hufe Land in der Villa Enchova bei Dortmund. Durch diese Schenkungsurkunde tritt Eichlinghofen so früh wie kaum ein anderer Ort der Umgebung aus dem Dunkel der Geschichte hervor.

„Enchova“ ist die früheste Form des Namens Eichlinghofen. „Hova“ ist dasselbe wie „Hofen“ oder „Hof“ – gemeint ist das „feste Haus“, die Burg. 1302 heißt der Ort Ekelinchoven, 1336 Eykelinghove. Der Name könnte vom Personennamen Eko oder Eking herrühren – Hof des Eking – oder von „eckel“ (Eichel) bzw. „ecker“ (Buchecker).

Fruchtbarer Lößboden und reichlich gutes Wasser machten den Raum Eichlinghofen schon in der Stein- und Bronzezeit zu einem idealen Siedlungsplatz. Funde beim Bau der Universität und der Autobahn A45 – etwa ein Steinbeil und eine durchlöcherte Streitaxt – belegen Siedlungen aus der Zeit zwischen 4000 und 1800 v. Chr.

Nach Sachsen und Franken wurden die Grafen von der Mark Landesherren westlich von Dortmund. Die Dörfer Eichlinghofen, Menglinghausen, Salingen und Persebeck bildeten das Kirchspiel Eichlinghofen – eine Aufteilung, die kirchlich bis heute erhalten geblieben ist.

Auch der Begriff „Dorf“ hat sich bis heute gehalten: Wer zum Einkaufen auf die Stockumer Straße geht, geht nach wie vor „ins Dorf“. — Dieser Text wurde freundlicherweise von www.eichlinghofen-online.de übernommen.